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Spontan in die Schweiz: Wie ein Nachmittag am Luganersee zum schönsten Reisemoment wurde

Nyul Debóra6 Min. Lesezeit
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Spontan in die Schweiz: Wie ein Nachmittag am Luganersee zum schönsten Reisemoment wurde — Freizeit
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Es gibt Reisen, die man monatelang plant. Und es gibt jene Momente, in denen sich einfach eine Gelegenheit auftut – und man sofort spürt: Das darf ich jetzt nicht verpassen. Genau so entstand unser kleines Abenteuer am Luganersee.

Ende Juni verbrachten wir ein paar Tage am Comer See. Eigentlich war kein größerer Abstecher geplant, doch immer wieder tauchten in meinem Feed wunderschöne Fotos und Videos vom Luganersee auf. Dieses besondere Zusammenspiel von See und Bergen ließ mich nicht mehr los – und von Como, wo wir untergebracht waren, ist dieser Teil der Schweiz nur eine kurze Autofahrt entfernt. Am Ende beschlossen wir, einen ganzen Nachmittag der Entdeckung des Luganersees zu widmen.

Wir wussten nicht genau, was uns erwarten würde. Aber wir machten uns voller Neugier auf den Weg.

Als wir die Schweizer Grenze überquerten

Schon in den ersten Momenten war spürbar, dass die Schweiz eine ganz andere Stimmung ausstrahlt als das Italien, das wir wenige Tage zuvor kennengelernt hatten.

Am Comer See hatte ich diese leichte, lebensfrohe italienische Atmosphäre geliebt – jenes Gefühl, das viele einfach dolce vita nennen. Die belebten Gassen, die spontanen Gespräche, die Café-Terrassen und die Herzlichkeit der Menschen gaben der Reise etwas ganz Besonderes. Die Schweiz wirkte bei diesem kurzen Besuch dagegen geordneter, ruhiger und zurückhaltender.

Wir kamen mit einem ausländischen Kennzeichen an und rechneten daher damit, an der Grenze kontrolliert zu werden. Es überraschte uns also nicht, als man uns herauswinkte. Neben den Dokumenten wurde auch das Auto genauer inspiziert, sogar der Kofferraum wurde gründlich durchsucht. Alles verlief völlig korrekt und war keineswegs unangenehm – aber wer mit einem ausländischen Kennzeichen in die Schweiz einreist, sollte damit rechnen.

Schon nach kurzer Zeit fiel mir auf, wie sauber und gepflegt diese Region ist. Die sorgfältig instand gehaltenen Orte, die Straßen und die gesamte Umgebung hinterließen einen sehr positiven ersten Eindruck.

Auf der Suche nach der schönsten Aussicht: der Monte San Salvatore

Als wir beschlossen, in die Schweiz zu fahren, war der Luganersee zunächst nur ein grobes Ziel. Am Ende suchten wir gezielt einen Ort aus, von dem aus sich ein wirklich außergewöhnliches Panorama eröffnet. So kamen wir zum Monte San Salvatore, einem der bekanntesten Aussichtspunkte von Lugano.

Auf den Gipfel gelangt man mit einer Standseilbahn – schon das war ein Erlebnis für sich. Wenige Tage zuvor waren wir auch am Comer See mit einer Seilbahn gefahren, doch in Lugano fühlte sich alles anders an. Es wirkte deutlich moderner, hatte für mich aber weniger von jenem besonderen Zauber, den ich am Comer See gespürt hatte.

Oben auf dem Berg übertraf die Aussicht dann all unsere Erwartungen. Der blaue Spiegel des Luganersees, die ringsum aufragenden Berge und die weiten Landschaften ergaben zusammen ein Panorama, das sich kaum in Worte fassen lässt.

Wir spazierten am Aussichtspunkt umher, machten Fotos und ich spürte einfach: Es tut gut, hier zu sein. An solchen Orten fällt mir immer wieder auf, wie viel schon ein kurzer Abstecher zu einer Reise beitragen kann.

Ist die Schweiz teuer? Schon der erste Programmpunkt zeigte hohe Preise

Über die Schweiz hört man oft, sie sei eines der teuersten Reiseziele Europas – und das erlebten wir bereits bei einem der ersten Programmpunkte.

Das Hin- und Rückticket der Standseilbahn auf den Monte San Salvatore kostete für uns beide rund 64 Euro, was nicht wenig ist. Auch beim Parken lohnt es sich, aufmerksam zu sein: Zunächst übersahen wir den Parkplatz direkt vor der Seilbahn und stellten das Auto im Parkhaus daneben ab – das sich beim Bezahlen dann, wie sich herausstellte, als die günstigere Lösung entpuppte.

Da ich glutenempfindlich bin, wollte ich auf Nummer sicher gehen und hatte für unterwegs etwas glutenfreies Essen dabei. Am Ende entstand vor dem wunderschönen Schweizer Panorama sogar ein Foto davon, das seither eine schöne Erinnerung ist – eine praktische Lösung an einem Ort, an dem die Preise tatsächlich höher sind als gewohnt.

Die schöne Überraschung eines kleinen Ladens

Eines der schönsten Erlebnisse des Tages traf uns völlig unerwartet.

Auf dem Weg zur Seilbahn sahen wir fast leere Straßen und dachten zunächst, dass einer der kleinen Läden oder ein Café vielleicht gar nicht geöffnet sei. Am Ende schauten wir doch hinein – und wurden herzlich empfangen.

Die Frau, die dort arbeitete, war sehr hilfsbereit, und als ich erwähnte, dass ich gluten- und laktoseempfindlich bin, bereitete sie mir einen Smoothie mit Mandelmilch zu. Das mag wie eine Kleinigkeit klingen, doch wenn man mit verschiedenen Unverträglichkeiten lebt, bedeutet es sehr viel, wenn einem jemand so aufmerksam begegnet. Das Getränk war zudem lecker und besonders – und der Preis war keineswegs überzogen.

Ein kleines Abenteuer ohne Internet

Am Ende des Nachmittags wollten wir die Umgebung des Sees noch ein wenig erkunden – doch dann kam die Überraschung: Wir merkten, dass unser mobiles Internet in der Schweiz nicht mehr so funktionierte wie innerhalb der Europäischen Union.

Auch WLAN fanden wir nicht so leicht, und plötzlich wurde die Rückfahrt deutlich abenteuerlicher. Am Ende entdeckten wir auch vom Auto aus noch viele schöne Ecken des Sees, verfuhren uns sogar ein wenig – aber vielleicht wurde gerade dadurch der ganze Ausflug noch unvergesslicher.

Auch die Hilfsbereitschaft der Einheimischen erlebten wir, wobei mir der Unterschied zu Italien auffiel. Auf unseren Italienreisen begegneten uns fast immer außerordentlich offene und freundliche Menschen; in der Schweiz spürten wir eher eine zurückhaltendere Kommunikation. Natürlich lässt sich aus ein paar Begegnungen keine allgemeine Schlussfolgerung ziehen, denn überall trifft man auf ganz unterschiedliche Menschen.

Kurzer Besuch, bleibendes Erlebnis

Auch wenn wir nur wenige Stunden am Luganersee verbrachten, reichte es doch aus, um die besondere Stimmung der Schweiz zu spüren.

Das atemberaubende Panorama, die Harmonie von Bergen und See – all das schenkte uns ein Erlebnis, nach dem ich noch neugieriger auf die anderen wunderschönen Ecken des Landes wurde. Und der Luganersee wird mich immer daran erinnern, dass manchmal gerade die spontanen Entscheidungen zu den schönsten Abenteuern führen.

Wie kommt man vom Comer See zum Luganersee?

Vom Comer See ist der Luganersee nur eine kurze Autofahrt entfernt, weshalb sich ein Abstecher in die Schweiz gut als Tagesausflug anbietet.

Was kostet die Standseilbahn auf den Monte San Salvatore?

Das Hin- und Rückticket kostete für zwei Personen rund 64 Euro. Beim Parken lohnt es sich, den Parkplatz direkt vor der Seilbahn im Blick zu behalten.

Muss man an der Schweizer Grenze mit einer Kontrolle rechnen?

Wer mit einem ausländischen Kennzeichen einreist, sollte damit rechnen, kontrolliert zu werden. In unserem Fall wurden neben den Dokumenten auch das Auto und der Kofferraum überprüft – völlig korrekt und ohne Unannehmlichkeiten.

Funktioniert das mobile Internet in der Schweiz wie in der EU?

Nein, unser mobiles Internet funktionierte in der Schweiz nicht mehr so wie innerhalb der Europäischen Union, und auch WLAN war nicht überall leicht zu finden. Das sollte man bei der Planung berücksichtigen.

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